Am 1. Januar 1906 schlossen sich mehrere Männerturnvereine, die zuvor
verschieden ort- und straßenansässig waren, zusammen und bildeten
die Basis der Luckenwalder Turnerschaft. Der Vorstand setzte sich aus dem
Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, Kassier, Turnwart und Spielwart zusammen,
um die beiden Bereiche Turnen und Fußball in zwei Abteilungen abzudecken.
Schon im darauf folgenden Jahr kamen drei weitere Sektionen hinzu. Die Luckenwalder
Turnerschaft umfasste nun mit je einer Sparte die Sportarten Turnen, Leichathletik,
Fußball und Handball. Um zunächst einen gewissen Übungsbetrieb
zu gewährleisten, kaufte der Verein im Sommer des Jahres 1906 ein fast
3000 m2 großes Grundstück südlich vom heutigen Kunstrasenplatz
des Werner-Seelenbinder-Stadions.
Da die Mitgliedszahl in der Luckenwalder
Turnerschaft in den folgenden Jahren sehr schnell anstieg, musste notwendigerweise
eine größere Übungsfläche beziehungsweise Trainingsstätte
geschaffen werden Der alte Trainingsplatz wurde wieder verkauft und eine
weitaus größere Fläche mit circa 52.000 m2 erworben. Dieser
neue Spiel- und Trainingsort entspricht noch heute dem jetzigen Werner-Seelenbinder-Stadion,
damals im Grundbuch unter der Bezeichnung “Hetzheide 42“ eingetragen.
Deshalb ist die Entwicklung des Vereins bis zum heutigen Zeitpunkt, auch
mit den häufigen Namensänderungen, immer an der gleich bleibenden
Sportstätte ausgerichtet.
Aufgrund der wachsenden Mitgliederzahlen kam
es im Zeitraum von 1924 – 1927 für den Verein zu so wichtigen
Erweiterungsbauten wie der Gaststätte, einer Turnhalle und sanitären
Anlagen. Im Jahr 1932 zählte die Luckenwalder Turnerschaft als Arbeitersportverein
1378 Mitglieder, 250 davon waren Kinder.
Nach dem politischen Machtwechsel 1933 durch die Nationalsozialisten hielt
in Deutschland der Faschismus Einzug. Die letzte Großveranstaltung
vor der Machtübernahme der Nazis war das 14. Kreisturn- und Sportfest
am 9. und 10 Juli 1932.
Denn danach wurde der Sport - wie auch alle anderen
Gesellschaftsbereiche zu dieser Zeit – unverzüglich mit der NS-
Ideologie und Struktur gleichgeschaltet. Als Folge wurde der Luckenwalder
Turnerschaft verboten, mit anderen Vereinen in den Wettkampf zu treten. Schließlich
wurde am 5. Juli 1933 mit gleichzeitiger Einsetzung des Kommissarischen Vereinsführer
des SA- Sturmführers Paul Jänicke die Gleichschaltung des Vereins
durchgeführt.
Unter dem neuen Namen „1. Luckenwalder Sportverein
e.V.“ und der Übernahme der Vereinsführung durch den Kreisführer
Kettner erfolgte am 12. Februar 1934 die Anerkennung dieses Vereins durch
die Nazis. Erst jetzt durfte auch wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden.
Die neuen Vereinsfarben waren nunmehr Grün- Weiß. Viele Mitglieder
kehrten dem neuen Verein bis zum Kriegsbeginn jedoch den Rücken. Die
Mitgliederzahl von über 1000 wurde nicht mehr erreicht.