Ein
weiterer Luckenwalder Fußballverein, den es zu damaliger Zeit gab,
war der "Luckenwalder Ballspielverein", der am 6. Juni 1906 aus
den Vereinen "Hohenzollern" und "Preußen" gegründet
wurde.Zu den Gründern des Vereins zählten Hermann Haberland und
Hermann Hagen.
Zuerst gehörte der Verein zum Verband Brandenburgischer
Ballspielvereine, einer bürgerlichen Dachorganisation. Später unterstellte
er sich für kurze Zeit einer proletarischen Dachorganisation, dem Märkischen
Fußballbund. Danach schloss sich der Verein endgültig dem Verband
Brandenburgischer Ballspielvereine an. 1909 kam eine Leichtathletikabteilung
hinzu. Später wurde auch Faustball im Verein betrieben.
Die Geschichte des Luckenwalder Fußball ist vielfältig. Am 15.
März
1905 wurde im "Hotel zur Eisenbahn" der Verein für Bewegungsspiele
(VfB) gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen 20 Sportler
teil. In den ersten Jahren des Bestehens stieg die Zahl der Mitglieder auf
56 an. Der Verein hatte einen ausgesprochen bürgerlichen Charakter.
Seine Mitglieder waren Fabrikanten, Handwerksmeister, Beamte, Angestellte
und Arbeiter. Um 1930 hatte der VfB ca.350 Mitglieder.
Beim VfB wurden die
Sektionen Fußball, Handball, Leichtathletik, Faustball und Hockey betrieben.
Die Sportfreunde Rathenow und W.Schmidt leiteten die Fußballsektion.
Diese bestand aus drei Männer-, zwei Jugend-und zwei Schülermannschaften.
Unter dem Namen Arbeiter-Fußballclub "Frisch Auf" wurde am
1. August 1905 dieser Fußballverein in Luckenwalde von 17 Sportlern
gegründet. Es war der erste reine Fußballverein in Luckenwalde.
Zu den Gründern zählten die Gebrüder Günther, Otto Glase,
Reinhold, Febert und Willi Haase. Der Verein hatte es schwer, eine Sportanlage
zu finden. Immer wieder wurde er von anderen Vereinen verdrängt. Die
ersten Fußballspiele wurden auf den Wiesen hinter dem ehemaligen "Grünen
Hain" durchgeführt. Später wurde der Tivoli-Sportplatz hergerichtet.
Von hier wurde der Verein "Frisch Auf" vom VfB verdrängt.
Auf den sogenannten "Brachmüllers Wiesen" fand der Verein
eine neue Heimstätte, wo er schließlich auch große sportliche
Erfolge zu verzeichnen hatte.

Fotokopie der Fußballmannschaft des BV Luckenwalde 1906
Von links nach
rechts:
Stehend: Max Richter (Vorsitzender), Dreßler, Stielert, Wolff,
Bergau, Faust, Schulze, Hildebrandt, Jähdicke, Eichelbaum, Schmidt,
Schmidt
Knieend: Sydow, Strauchmann, Schmidt
Oben rechts: Bleil
1914 kaufte sich der Verein ein Gelände auf den Weinbergen und errichtete dort eine Sportanlage. Damit zählte der Luckenwalder Ballspielverein zu den wenigen bürgerlichen Vereinen im Sportbund, die eine Anlage besaßen. 1919 erkämpfte sich die 1. Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga, zur höchsten damaligen Spielklasse des Fußballs. Nach drei Jahren Oberliga musste die Mannschaft wieder den Abstieg antreten.
Die
größten Erfolge hatte die 1. Mannschaft, indem sie die starken
und bekannten Fußballmannschaften von Hertha und Tennis Borussia Berlin
bezwang. 7000 bis 8000 Zuschauer waren zu jedem Spiel erschienen. Zu den
herausragenden Spielern dieser Zeit gehörte der 19-jährige Sohn
des Fleischermeisters Otto Schulze, Erwin Schulze.
1930 hatte der Verein 4
Männer-, 2 Jugend- und 2 Schülermannschaften
der Sektion Fußball. Der Verein zählte 350 bis 400 Mitglieder.
Nach 1930 übernahm Albert Schmidt für kurze Zeit die Vereinsführung.
Danach übernahm wieder Max Richter als langjähriger Vorsitzender
die Geschicke des Vereins.
Der letzte größere Fußballverein in Luckenwalde
war der Sportclub "Britannia 1906" Luckenwalde e.V. Der Verein wurde
am 23. März 1906 gegründet. Zu den Mitbegründern zählten
die Gebrüder Scheidler, Grüneberg, Jahn, Drekoll und R. Ludwig.
Am
Anfang gehörte der Verein dem Märkischen Fußballbund an. Der
Märkische Fußballbund war die Dachorganisation der Sektion Fußball
der Arbeitersportvereine. Später gehörte der Sportclub "Britannia
1906" dem Verband Brandenburgischer Ballspielvereine an. Damit wurde er
zu einem bürgerlichen Verein. Der Verein hatte die Sektionen Leichtathletik
und Fußball, wobei der Fußball die wesentlich stärkere war.
Der Sportclub hatte ebenfalls Platzsorgen. Zuerst wurde auf dem Sportplatz
am Wasserturm gespielt, danach benutzte der Verein den Sportplatz, der am Anfang
der Dahmer Straße lag. Dann spielte man wieder am Wasserturm. 1919/20
baute sich der Verein in der jetzigen Pestalozzistraße eine eigene Sportanlage.
1930 spielten im Verein "Britannia 1906" 3 Fußballmannschaften.
Zum gleichen Zeitpunkt hatte er 100 Mitglieder. 1933 übernahm Otto Grupe
die Vereinsführung, später Christian Grimpel.
Am 1. Januar 1906 schlossen sich mehrere Männerturnvereine, die zuvor
verschieden ort- und straßenansässig waren, zusammen und bildeten
die Basis der Luckenwalder Turnerschaft. Der Vorstand setzte sich aus dem
Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, Kassier, Turnwart und Spielwart zusammen,
um die beiden Bereiche Turnen und Fußball in zwei Abteilungen abzudecken.
Schon im darauf folgenden Jahr kamen drei weitere Sektionen hinzu. Die Luckenwalder
Turnerschaft umfasste nun mit je einer Sparte die Sportarten Turnen, Leichathletik,
Fußball und Handball. Um zunächst einen gewissen Übungsbetrieb
zu gewährleisten, kaufte der Verein im Sommer des Jahres 1906 ein fast
3000 m2 großes Grundstück südlich vom heutigen Kunstrasenplatz
des Werner-Seelenbinder-Stadions.
Da die Mitgliedszahl in der Luckenwalder
Turnerschaft in den folgenden Jahren sehr schnell anstieg, musste notwendigerweise
eine größere Übungsfläche beziehungsweise Trainingsstätte
geschaffen werden Der alte Trainingsplatz wurde wieder verkauft und eine
weitaus größere Fläche mit circa 52.000 m2 erworben. Dieser
neue Spiel- und Trainingsort entspricht noch heute dem jetzigen Werner-Seelenbinder-Stadion,
damals im Grundbuch unter der Bezeichnung “Hetzheide 42“ eingetragen.
Deshalb ist die Entwicklung des Vereins bis zum heutigen Zeitpunkt, auch
mit den häufigen Namensänderungen, immer an der gleich bleibenden
Sportstätte ausgerichtet.
Aufgrund der wachsenden Mitgliederzahlen kam
es im Zeitraum von 1924 – 1927 für den Verein zu so wichtigen
Erweiterungsbauten wie der Gaststätte, einer Turnhalle und sanitären
Anlagen. Im Jahr 1932 zählte die Luckenwalder Turnerschaft als Arbeitersportverein
1378 Mitglieder, 250 davon waren Kinder.
Nach dem politischen Machtwechsel 1933 durch die Nationalsozialisten hielt
in Deutschland der Faschismus Einzug. Die letzte Großveranstaltung
vor der Machtübernahme der Nazis war das 14. Kreisturn- und Sportfest
am 9. und 10 Juli 1932.
Denn danach wurde der Sport - wie auch alle anderen
Gesellschaftsbereiche zu dieser Zeit – unverzüglich mit der NS-
Ideologie und Struktur gleichgeschaltet. Als Folge wurde der Luckenwalder
Turnerschaft verboten, mit anderen Vereinen in den Wettkampf zu treten. Schließlich
wurde am 5. Juli 1933 mit gleichzeitiger Einsetzung des Kommissarischen Vereinsführer
des SA- Sturmführers Paul Jänicke die Gleichschaltung des Vereins
durchgeführt.
Unter dem neuen Namen „1. Luckenwalder Sportverein
e.V.“ und der Übernahme der Vereinsführung durch den Kreisführer
Kettner erfolgte am 12. Februar 1934 die Anerkennung dieses Vereins durch
die Nazis. Erst jetzt durfte auch wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden.
Die neuen Vereinsfarben waren nunmehr Grün- Weiß. Viele Mitglieder
kehrten dem neuen Verein bis zum Kriegsbeginn jedoch den Rücken. Die
Mitgliederzahl von über 1000 wurde nicht mehr erreicht.